Wir haben einen 22 Monaten alten Labrador Novascotia Rüden. Wir haben ihn schon seit er ein Welpe ist. Er ist sehr gelehrig und wissbegierig, aber auch sehr reaktiv. Seit einigen Wochen knurrt er plötzlich meine Tochter 17 Jahre und meinen Sohn 24 Jahre alt an. Vor allem wenn sie nach Hause kommen. Er knurrt dann sehr böse. Heute war es sogar so, dass meine Tochter mit ihm spazieren war danach als sie sich ihm näherte, auch direkt angeknurrt. Mich die Mutter und die Freundin meines Sohnes knurrt er nicht an. Auch wenn es klingelt, bellt er direkt! Wir schicken ihn immer auf die Decke. Aber er will alles kontrollieren. Die Verfolgung auf die Toilette haben wir schon unterbunden. Was sollen wir nur tun, es ist keine schöne Situation. Auch wenn er bei mir oder an den Füßen lag, hat er direkt die beiden angeknurrt. Wie kriegen wir das nur wieder hin, dass diese Agression den beiden gegenüber wieder aufhört. Mein Sohn hat es schon mit Leckerlis probiert, wenn er nach Hause kommt. Also wenn er dann danach lange genug wieder ruhig ist. Aber insgesamt sind wir da schon angespannt, und haben auch Angst dass es zu einem Beisvorfall kommen könnte. Ansonsten ist er ein lieber, aufgeschlossener, sehr schlauer und vor allem sensibler Hund. Wir lieben ihn sehr, aber es ist gerade wirklich schwierig. Ist das eventuell noch die Pubertät? Oder ist es eine Statusagression oder territoriale Aggression? Er lässt sich auch keinen Kauknochen abnehmen, wobei beim Futternapf muss er warten und den dürfen wir auch wegnehmen. Auch Spielzeug lässt er sich schlecht abnehmen. Das Bällchen Spiel haben wir schon unterbunden, weil es seine Reaktivität fördert. Er macht auch im Garten den Rambo, bellt bei jedem bisschen, so dass wir ihn schon garnicht mehr alleine rauslassen. Was können wir also tun??
Hallo liebe Sabine, ich kann deine Sorge natürlich verstehen, aber ich denke es besteht kein Grund zur Panik, obwohl ein Maulkorbtraining nie schaden kann, nur zur Sicherheit. Es hört sich so an, als hättet ihr in der Erziehung eures (schönen) Hundes die „Zügel etwas zu sehr schleifen“ lassen. Deshalb würde ich euch empfehlen, die Kurse „Bindung und Beziehung“, vor allem das häusliche Management, „Die Basics“ sowie die Webinare von Dana „Gemeinsam ins neue Jahr 2026“ anzuschauen. Wahrscheinlich braucht euer Hund im Alltag wieder mehr Regeln und Grenzen. Deine Kinder sollten sich eurem Hund gegenüber in nächster Zeit etwas zurücknehmen, ganz nach dem Sprichwort: „Willst du was gelten, mach‘ dich selten“. Wenn sie nach Hause kommen, sollten sie den Hund z. Bsp. gar nicht beachten (auch wenn es schwer fällt), d. h. nicht anfassen, nicht ansprechen und auch nicht anschauen. Kann es sein, dass die Kinder den Hund beim nach Hause kommen immer gleich gestreichelt haben oder generell oft streicheln möchten? Es gibt Hunde, darunter auch Labradore, die gar nicht so verschmust sind, d.h. gar nicht so gerne gestreichelt werden, gerade wenn sie sich ausruhen. Das könnte ein Grund für das Knurren sein. Mit 22 Monaten ist euer Hund mit Sicherheit noch in der 2. Pubertät (diese Rassen sind in der Entwicklung oft Spätzünder) und jetzt heißt es, konsequent mit dem Training und der Erziehung am Ball zu bleiben. Das Bellen, wenn es klingelt solltet ihr regelrecht trainieren. Das Ziel wäre, dass der Hund beim Klingeln auf seine Decke geht und sich dort ablegt. Hier muss während der Trainingseinheiten ganz oft geklingelt werden und der Hund wird auf seinen Platz geschickt (anfangs mit Leckerli zur Belohnung bei Ruhe auf der Decke). Es ist sehr gut, dass ihr mit dem Ball werfen aufgehört habt, da euer Hund aber auch ein Gebrauchshund, also ein „Arbeiter“ ist, braucht er auch eine artgerechte Beschäftigung. Hier bietet sich das Apportieren perfekt an. Ihr könnt dafür gerne einen Futterbeutel benutzen und dem Hund einen Teil seines Futters darüber geben, damit er sich sein Futter erarbeiten kann/muss. Du siehst, es gibt zwar einiges zu tun, ich bin aber sicher, dass sich das Verhältnis zu eurem Hund mit diesen Maßnahmen auch bald wieder verbessern wird . Liebe Grüße Beate vom Team der Doguniversity
Vielen lieben Dank für die Rückmeldung! Damit können wir etwas anfangen! Thema ist auch, dass unsere 17 jährige Tochter auch in der Pubertät ist und oftmals laut mit uns diskutiert hatte, wenn sie mal bei uns im „Rudel“ war. Auch hatte sie die letzten Monate sich rar gemacht und fast nichts mehr mit Cooper unternommen, eher mit ihm geschimpft. Ich glaube unser Hund will sie nicht mehr in unserem Rudel haben, er hat ja genug Personen die verlässlich sind. Aber das er sie so attackiert und stellt mit schlimmen Knurren in unserem Haus, geht überhaupt nicht. Deswegen kriegt er konsequent den Maulkorb an, wenn Sophia ins Haus kommt. Das machen wir schon eine halbe Stunde vorher, dass er den Maulkorb nicht mit ihr verknüpft. Und ja, wir hatten ihn zu sehr verwöhnt. Wir arbeiten konsequent am Hausmanagment und schauen uns die Kurse nochmals an, in der Hoffnung dass es wieder besser wird. Es treffen hier zwei Pubertiere aufeinander. 😬Wir wollen aber unbedingt einen Beißvorfall vermeiden und haben noch eine Trainerin hinzugezogen, die sich mit Agressesionsverhalten auskennt. Sie will eine Familienaufstellung machen, da wir mit 5 unterschiedlichen Personen im Rudel schon ein Thema sind. Ansonsten ist es ein wunderbarer Hund, drück uns bitte die Daumen, dass wir es als Familie mit ihm hinbekommen. 🙏👍
Hallo Simone, dann seid ihr zusätzlich mit einer kompetenten Hundetrainerin schon sehr gut aufgestellt. Ein Hund weiß übrigens auch gut einzuschätzen, wer in der Familie tatsächlich „das Sagen“ hat und nimmt eure pubertierende Tochter einfach gar nicht ernst. Die Körpersprache spielt sicherlich auch eine Rolle, wie z. Bsp. bedrohlich über den Hund etc.. Ihr kriegt das aber bestimmt hin, da bin ich ganz zuversichtlich.
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