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Hündische Kommunikation
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Junghund 22 Monate - knurrt plötzlich unsere 17-jährige Tochter an
Hallo zusammen, unser fast 2-jähriger Labrador Novascotia Duck Tolling Retriever Rüde knurrt seit einigen Wochen unsere 17-jährige Tochter an. Wir haben den Hund, seit er Welpe ist bei uns. Wir sind zu fünft in der Familie, er liebt sehr die Freundin meines Sohnes, sie ist 25 und lebt auch bei uns in der Einliegerwohnung. Wir, also mein Mann und ich kümmern uns ihm, wenn mein Sohn und die Freundin unterwegs sind. Das klappt auch ganz gut, unsere Tochter kümmert sich ebenfalls um den Hund. Sie ist oftmals etwas strenger als wir und kann wirklich sehr gut mit Hunden umgehen. In den letzten Monaten jedoch hatte sie vielleicht nicht mehr soviel Spielzeit mit Cooper verbracht, eher nur Spaziergänge ab und an. Die Situation vor einigen Wochen begann, als sie abends von einer Freundin zu uns nach Hause kam. Unser Hund bellt leider, wenn es klingelt. Das versuchen wir gerade auch durch Deckentraining ihm abzugewöhnen. Nun kam also meine Tochter ins Haus und obwohl er sie erkannt hatte, knurrte er sie an. Ich muss dazu sagen, er lag neben der Freundin auf dem Teppich, und sie saß auf dem Stuhl. Wir waren erschrocken darüber und sagten ihm, dass er das lassen sollte. Meine Tochter kam etwas aufgelöst zu uns ins Wohnzimmer, es sah so aus dass der Hund sich beruhigt hatte. Aber 5 Minuten später ging sie an der Freundin am Esszimmer vorbei und der Hund hat sie direkt attackiert, ist ihr also nachgelaufen ist an ihr hochgesprungen und hat sie angeknurrt. Wir waren alle dermaßen darüber erschrocken, dass wir ihn sofort in den Garten geschickt haben. Meine Tochter hat sehr geweint. Nun kommt es ab und an immer noch vor, dass er sie anknurrt. Gerade heute, sie war mit der Klasse 4 Tage unterwegs, kam sie freundlich auf ihn zu setzte sich in die Hocke, aber der Hund hat sie direkt wieder angeknurrt ist aber diesmal deeskalierend zurück gegangen. Was also können wir tun, damit wir wieder Vertrauen aufbauen können? Eigentlich wollen wir nächste Woche ohne meinen Sohn und Freundin, aber mit unserer Tochter und dem Hund ein paar Tage in Urlaub fahren. Einen Maulkorb haben wir uns schon besorgt und üben nun konsequent das Maulkorbtraining. Das Knurren soll man nicht bestrafen, aber was können wir und unsere Tochter tun, damit der Hund wieder Vertrauen zu ihr aufbauen kann. Auch die Dominanzgeste, also sein Territoriales Verhalten dulden wir nicht, aber wir stecken im Dilemma, denn wir wollen ihm ja schon mitteilen, dass wir das Verhalten von ihm so nicht dulden. Wollen aber auch das Knurren nicht bestrafen und natürlich auch mit positiver Verstärkung arbeiten. Leider können wir nicht in seinen Kopf schauen und verstehen nicht, warum er es gerade auf unsere Tochter abgesehen hat. Eine Trainerin, die sich mit aggressivem Verhalten auskennt haben wir schon hinzugezogen. Sie meint, es wäre eine Statusagression. Heute hat sie ihm den Maulkorb angepasst. Bei ihr zuhause konnte sie kein aggressives Verhalten auslösen, sie hatte in in das Sitz trotz Widerstand geformt. Er zeigte eher ängstliches und deeskalierendes Verhalten, das war schon mal positiv. Und sie konnt auch schnell sein Vertrauen gewinnen, er war ihr also nicht nachtragend. Er hat sie sofort respektiert. Wir waren wohl oftmals zu weich zu ihm. Obwohl er sich schon bei uns gut eingelebt hat, viele Schlafpausen hat, sehr ruhig bei uns ist, bis auf das Klingeln an der Haustür. Ja Knochen abholen ist leider auch ein Problem. Am Futternapf warten und wegnehmen dagegen kein Problem. Er kennt viele Kommandos und ist sehr sehr gelehrig. Aber sie sagte auch, dass es Zuhause natürlich anderes wäre, da er ja dort in seinem Rudel lebt. Kennt ihr solches Verhalten? Ist es eventuell noch der Pubertät zuzuordnen? Kann es eine Statusagression sein, er beschützt seinen Lieblingsmenschen vor dem manchmal stengen und launischen Teenager? Was können wir bzw. unsere Tochter tun, damit er sich dieses Verhalten ganz schnell wieder abgewöhnt!! Ich danke euch sehr für euer Feedback!
Hallo Simone, es ist leider nicht ganz einfach, eine seriöse Einschätzung zum Verhalten eures Hundes eurer Tochter gegenüber aus der Ferne abzugeben. Neben der Einschätzung der Hundetrainerin wäre es auch möglich, dass Cooper in der Vergangenheit eine negative Erfahrung (Thema Strenge) mit eurer Tochter gemacht hat, eventuell auch unbemerkt von ihr und Cooper ihr jetzt nicht mehr zu 100% vertrauen kann. Ich würde euch allerdings nicht empfehlen, Cooper zur Strafe in den Garten zu schicken. Schickt ihn lieber auf seine Decke. Dass ihr in der Vergangenheit zu "weich" gewesen seid, ist vielleicht nicht ganz der passende Ausdruck. Liebevolle Konsequenz und Klarheit ist hier eher angebracht. Der Kurs "Bindung und Beziehung" bzw. auch der Kurs "Die Basics" und die Webinare von Dana "Gemeinsam ins Jahr 2026" werden euch sicherlich dabei unterstützen Cooper eine klare Führung zu geben. Was euren Urlaub mit eurer Tochter angeht, sie sollte Cooper in nächster Zeit einmal mehr ignorieren, also nicht anfassen, nicht ansprechen und auch nicht anschauen und nicht um seine Gunst "buhlen", dann wird er bestimmt auch bald wieder von selbst auf sie zukommen. Gerade wenn sie auf der anderen Seite auch viele positive Dinge mit ihm macht, wie Spazieren gehen, wird sich das Verhältnis sicherlich bald wieder zum Positiven wenden. Übrigens, Hunde wissen genau, dass Teenager in der Pubertät sind und auch bei ihnen die Hormone verrückt spielen. Oft nehmen sie die Teenager dann nicht mehr ernst, denn sie wissen auch genau, wer in der Familie das Sagen hat, auch wenn der Teenager (vielleicht unangebrachte) Strenge an den Tag legt. Gut, dass ihr Cooper vorsichtshalber an einen Maulkorb gewöhnt habt, obwohl ich denke, dass ihr diesen bei ein paar Änderungen im Umgang mit ihm bestimmt nicht mehr brauchen werdet. Liebe Grüße Beate vom Team der Doguniversity
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