Reinhard
15.3.2026 um 18:28Uhr

Attacken unseres Welpen

Unser 16 Wochen junges Hovawart-Welpen-Mädel hat immer wieder recht heftige Energieschübe, in denen sie uns extrem fordert und „attackiert“. Alles in Allem ist sie gut kontrolliert, lernt gern und relativ schnell, auch wenn sie manchmal etwas starrköpfig ist. Mit ihren mittlerweile fast 14 kg ist sie schon ganz schön kräftig, aber eben auch immer noch ein Kleinkind. Sie hat ab und an Anwandlungen, in denen sie extrem wild wird, das sind wenige Sekunden, dann schnappt sie nach ihrem Gegenüber und bellt uns an, was sicher auf ein akut hohes Erregungslevel in diesem Moment zurückzuführen ist, das aber so schnell kommt, das eine Verhinderung im Vorfeld kaum möglich ist. Wir sind dann etwas überfordert, denn „normale“ Korrekturen greifen nicht mehr in diesem Moment. Ich muss dann recht heftig werden, versuche ihr Maul zu packen, bis sie kurz jault. Und das ist gar nicht so einfach, denn ich muss sie erst einmal erwischen, das lässt sie nicht so einfach zu. Man muss sich in diesen Augenblicken tatsächlich zur Wehr setzen, denn sie geht mit ihren scharfen Zähnen an Klamotten oder Hände. Es wirkt wie ein kurzer intensiver Grantigkeits-Anfall. Zurückweichen wäre ja genau das falsche und bewirkt auch nichts. Wenn ich sie dann erwischt habe, zieht sie sich zurück. Nach einer kurzen Beruhigung gibt es dann wieder Versöhnung mit sozialer Zuwendung und streicheln. Ich weiß einfach nicht, ob das so richtig ist, in diesem Momenten so intensiv zu werden. Aber es geht doch auch um „Konfliktaustragung“, oder? Natürlich kann ich sie manchmal auch durch Ablenkung wieder etwas herunter fahren. Ich sage dann ihren Namen, zeige den Finger und sie soll sich setzen, das tut sie dann auch, und beruhigt sich oft, wenn sie dann ein leckerli bekommt. Das klappt aber nur, wenn gerade der Moment passt, es geht nicht, wenn sie uns so angeht in einem Moment, in dem man grade selbst etwas „in der Klemme ist“, weil man grade was in der Hand hat, sich bückt um etwas zu verräumen oder so. Also wie weit soll/darf man gehen mit der Korrektur? Ich denke unsere Hündin ist nicht von der „sensiblen“ Sorte, ein „bisschen“ Korrektur, wie ich das in euren Filmen manchmal sehe, reicht einfach bei ihr nicht. Man muss schon intensiver sein. Oft reicht eine normale und entschlossene Korrektur aus, nur eben nicht in diesen heftigen kurzen Momenten. Bin gespannt auf Rückmeldung und euren Rat.

Alle Antworten
6
Team
16.3.2026 um 12:57Uhr

Hallo Reinhard, eine Korrektur ist immer dann stark genug, wenn sie auch wirkt. Man muss hier aber auch das richtige Maß finden, denn zu stark darf die Korrektur auch nicht sein, du willst ja nicht erreichen, dass dein Hund am Ende Angst vor dir hat oder dich sogar beißt, weil er sich in die Ecke gedrängt fühlt. . Anstatt einen Schnauzengriff zu probieren, der dann im Zweifelsfall nicht funktioniert, solltest du bei der Korrektur eher in Fell greifen (in Höhe des Halsbandes greifen). Sobald dein Welpe sein Verhalten einstellt kannst du ihn sofort ruhig loben. Werde also nicht emotional. Eine Korrektur ist am Besten kurz und knackig, danach bist du sofort wieder freundlich. Ich gehe einmal davon aus, dass euer Welpe die Beißhemmung bereits erlernt hat. Jeder Welpe/Hund hat mal seine wilden "5 Minuten", aber wenn dein Welpe gar nicht zur Ruhe kommt, muss man ihn durchaus mal zur Ruhe zwingen. Neben der Ruheübung aus kann hier auch eine sog. Hausleine helfen, um den Welpen zu begrenzen. Diese ca. 1,20 m kurze, dünne Leine ohne Schlaufe trägt der Welpe zu Hause an einem Geschirr, so dass du schnell Zugriff auf ihn hast und ihn korrigieren kannst. Dabei lernt der Welpe auch die wichtige Frustrationstoleranz. Probiere es mal aus, mit der Zeit wird sich euer Welpe auch schneller beruhigen. Gerade Havawarte brauchen eine klare Führung. Ich empfehle dir hier auch noch einmal unseren Kurs "Bindung und Beziehung". Liebe Grüße Beate vom Team der Doguniversity

Sandra
18.3.2026 um 17:45Uhr

Das mit dem Anbellen und Schnappen hatten wir auch. Henry (17 Wochen, Rhodesian Ridgeback) war da frustig und hat den Frust mir gegenüber geäußert. Schnauzgriff wäre in diesem Moment nicht möglich gewesen. Was hier geholfen hat war angespannt auf ihn zu gehen oder leicht über ihn beugen und dabei ihn auch direkt ansehen. Natürlich mit grimmigen Gesicht und alles ganz ruhig. Übt euch in Frustrationstoleranz und Ruhe. Die Hausleine kann ich wärmstens empfehlen, mittlerweile reicht der Griff danach und Henry trollt sich auf seine Decke 🤭 Auch die Standby Übung war für uns megagut. Bleibt dran, das wird🤗

Reinhard
30.3.2026 um 08:58Uhr

danke für die Tipps. Es wird langsam alles besser habe ich das Gefühl. Sandra, was meinst du mit „Standby Übung“? Wo finde ich die?

Team
30.3.2026 um 12:01Uhr

Hallo Reinhard, die Standby-Übung findest du in unserer Welpen Akademie unter Kapitel 2.. Liebe Grüße Dein Team der Doguniversity

Sandra
30.3.2026 um 12:28Uhr

In der Welpenakademie, Kapitel zwei😊 Das ist auch die Ruheübung an der Leine beschrieben.

Andrea
17.4.2026 um 19:32Uhr

Das Thema spricht mir aus der Seele. Ich komme mit meinem Mini Australian Shepherd (18 Wochen) vor allem ab nachmittags an meine Grenzen. Malu wirkt ist insgesamt sensibel und ist rasch überfordert. Typischerweise kippt die Situation ab mittags: Er beginnt dann, in die Leine zu beißen oder an den Händen zu knabbern (Beißhemmung ist vorhanden, aber das Verhalten möchte ich nicht etablieren). Auch draußen steigert er sich teilweise stark hinein (Schuhe, Leine etc.), obwohl ich ruhig arbeite (Fokusübungen, Leinenführigkeit, ruhiges Apportieren – er trägt gerne etwas). In der Box kommt er zuverlässig zur Ruhe und schläft, allerdings habe ich das Gefühl, ihn dafür sehr häufig „herausnehmen“ zu müssen, und bin unsicher, ob das so sinnvoll ist. Zusätzlich ist er gerade im Zahnwechsel. wenn ich ihn mit der Leine fest binde, kaut er an allem, was im Weg ist. Nur ganz kurzes festbinden hilft, dann kommt er zur Ruhe und schläft. das erscheint mir aber keine Dauerlösung und damit löst er ja sein Problem nicht selber (Frustrationstoleranz). die Übung mit dem Anleihen am Sofa aus dem super guten Kurs Frustrationstoleranz könnte ich gar nicht durchführen, weil er dann an das Sofa gehen würde. Meine konkreten Fragen: * Wie kann ich Überforderung frühzeitig erkennen und besser vorbeugen? Überforderung entsteht schon nach 2 Minuten lockerem Gehen an der Leine mit Fokus auf mich * Welche Strategien empfehlt ihr konkret für diese „Beiß-/Übersprungssituationen“ draußen? * Ist häufiges Ruhen in der Box in diesem Alter sinnvoll oder eher problematisch? * Welche alternativen Beschäftigungs- oder Regulationsformen wären für einen sensiblen Mini Aussie in diesem Alter geeignet? * Ist dieses Verhalten entwicklungsbedingt und legt sich erfahrungsgemäß – oder sollte ich gezielt gegensteuern? Ich habe das Gefühl, schon viel Struktur, Klarheit und Ruhe anzubieten, komme aber in diesen Momenten nicht weiter und würde mich über konkrete Anleitung sehr freuen. Vielen Dank Andrea

Schreibe eine Antwort...

Antwort abschicken
Weitere Kategorien